„Broich, Oktober 1939: Schule muss geschlossen werden, weil sie ihre Schüler nicht zu Nationalsozialisten erziehen kann!“

Mit diesem Vorwand machte das NS-Regime unsere Vorgängerschule ab 1940 zu einem Westwallarbeitslager und später zu einem Zwangsarbeiterlager.

Im Q1-Projektkurs des Schuljahres 2022/23 erforschten 38 Schülerinnen und Schülern die Geschichte unserer Schule bis 1945. Sie untersuchten, was die Schule dem Einfluss der Nationalsozialisten entgegenzusetzen hatte, und trugen zum Gedenken an das Leid der Zwangsarbeiter bei.

Sie beschäftigten sich mit der spannenden Anfangszeit als Missionsschule der Spiritaner von 1903 bis 1933. Sie folgten den Spuren der Spiritaner und ihrer Schüler im Kampf gegen den zunehmenden Einfluss des Nationalsozialismus. Und sie erarbeiteten, wie die Missionsschule ab 1938 in ein Westwallarbeiter-Lager umgewandelt wurde.

Sie wurden mit dem Leid der Zwangsarbeiter konfrontiert, die ab 1940 im Zwangsarbeiterlager und später im „Ostarbeiterlager“ Broich untergebracht waren. Sie brachten Einzelschicksale von Zwangsarbeitern ans Licht, die aufgrund einer Intrige in die Fänge der Gestapo gerieten oder sich im Kloster bis zum Kriegsende verstecken konnten. Sie rekonstruierten die letzten Wochen und Tage im Kloster bis zur Evakuierung und Zerstörung.

Sie veranschaulichten die Geschichte der Schule durch einen zweistündigen Film, ein 3D-Modell der alten Kirche und Modelle von Schulgelände, Altbau und Kirche von 1919 bis zur Gegenwart. Und sie ermöglichten einen virtuellen Rundgang über das Schulgelände in der Zeit des Nationalsozialismus.

Die eindrucksvollen Ergebnisse des Projektkurses werden nun im Rahmen einer Ausstellung in der Kirche des HGG präsentiert. Die Ausstellung wird am 03.06.24 um 19 Uhr eröffnet und kann bis zum 16.06.24 um 18 Uhr besucht werden. Schulklassen und Oberstufenkurse können die Ausstellung mit ihren Lehrkräften ab Dienstag, 4.6., bis Freitag, 14.6., während der Unterrichtszeit besichtigen. Für die Öffentlichkeit ist die Ausstellung an den Wochenenden von Freitag, 7.6., bis Sonntag, 9.6., und von Freitag, 14. 6, bis Sonntag, 16.6., jeweils von 14.00 Uhr bis 18.00Uhr zugänglich.

 

Die Bilder zeigen:

(1) Das Schulgelände mit Turnhalle (unten links) nach 1925

(2) Das „Lehrerkollegium“ der 30er Jahre

(3) Die Ruinen von Missionsschule und Kirche um 1945