Vorleseabend im Mondschein am Broicher Weiher

 

 

Am Donnerstagabend war es soweit: Elf abenteuerlustige Jungen und Mädchen sowie vier Mütter trafen sich um 18.00 Uhr warm angezogen in der Schülerbücherei, um mit einigen Büchereimitarbeitern den Weg zum Weiher im Dunkeln zu erkunden.

Der Wind wehte zwar kalt, aber er verscheuchte die letzten Regenschauer. Unter einer Lampe legten wir einen ersten Halt ein. Hier las ich Ausschnitte aus Timm Thaler, vom Jungen, der sein Lachen verkaufte, vor. Gespannt hörten alle zu, bevor wir fröhlich weiterzogen. Obwohl wir das Licht der Laterne hinter uns ließen, brauchten wir nicht im Dunkeln zu tappen. Fast jeder hatte eine Taschenlampe dabei und gab Lichtzeichen. Ein paar besonders Abenteuerlustige liefen vor und waren nur noch als kleine Lichtpünktchen zu erkennen. Ein Mädchen stand mit ihrer weiß-reflektierenden Jacke wie ein Gespenst im Feld.

Am Broicher Hof wurde es allerdings doch recht dunkel. Wir mussten den Weg zwischen den tropfenden Bäumen finden. Im Dunkeln war der schmale Pfad kaum zu erkennen. So rückten wir alle enger zusammen, bis schließlich der blanke, stille Wasserspiegel des Broicher Weihers, in dem sich der fast volle Mond malerisch spiegelte, vor uns lag. Das war genau der richtige Ort, um die zweite Geschichte vorzulesen: Ein spannendes Abenteuer über das Ungeheuer von Loch Ness. Aber leider – Gott-sei-Dank blieb der Wasserspiegel still. Kein Ungeheuer zeigte sich. Nun traten wir den Rückweg an und begegneten einem einsamen Spaziergänger, der sich über unsere fröhliche Gruppe wunderte.

Nachdem wir den sicherenSchulhof erreicht hatten, erwartete uns schon ein kleines, wärmendes Feuer, das ein Vater für uns vorbereitet hatte. An langen Spießen grillten wir nun Marshmallows über dem Feuer und tranken heißen Kakao. Als alle Marshmallows verputzt waren, löschte der Vater, unterstützt von den ‚anfeuernden‘ Rufen der Jungen das Feuer mit einem Eimer Wasser.

Doch noch war der besondere Abend nicht vorbei. Zum Abschluss gingen wir alle in die herrlich warme Bücherei: Dort konnten die Jungen und Mädchen stöbern, Bücher ausleihen und einer letzten Geschichte über das lustige Treiben der griechischen Götter zuhören.

Um 21.00 Uhr wurden die letzten Kinder abgeholt und konnten nach überstandenem Abenteuer zu Hause noch ein bisschen lesen.

 

Irmgard Körlings