Projektkurs der Q1 beschäftigt sich mit jüdischem Vereinsleben in der Städteregion.

Das Heilig-Geist-Gymnasium richtete zum Beginn des neuen Schulhalbjahres im Februar 2021 einen Projektkurs zum Thema „Juden in unseren Sportvereinen vor 1933 - als Mannschaft Verein(t)?“ ein. Acht Schüler_innen der Jahrgangsstufe Q1 haben sich auf den Aufruf zur Teilnahme am Projektkurs gemeldet.

Ziel des Projektes ist es, das jüdische Vereinsleben im Bereich Sport in der Region vor 1933 darzustellen und die Lebenssituation der jüdischen Bevölkerung vor der Herrschaft der Nationalsozialisten nachzuzeichnen. Um eine möglichst enge Anbindung an die Lebenswirklichkeit der Schüler_innen zu erreichen, beschränkt sich das Projekt auf die umliegenden Wohnorte der Projektteilnehmer, namentlich Baesweiler, Herzogenrath, Alsdorf, Würselen und Eschweiler. Darüber hinaus weiten die Schüler_innen ihren Blick bis nach Aachen aus, da die Geschichte der jüdischen Vereinsmitglieder des Traditionsvereins Alemannia Aachen in jüngster Vergangenheit erforscht wurde und wichtige Meilensteine für die Zeit vor 1933 markiert.

Die zugrunde liegende Fragestellung „Als Mannschaft Verein(t)?“ stellt die Frage nach der Rolle der jüdischen Bevölkerung in den Vereinen, ihrer gesellschaftlichen Stellung in der Zeit vor 1933 und dem Schicksal der Mitglieder nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. 

Zielgruppe für das Projekt sind neben den Schüler_innen des Heilig-Geist-Gymnasiums die Vereinsmitglieder der lokalen Sportvereine, die ortsansässigen Geschichtsvereine und die interessierte Öffentlichkeit. Zu den Kooperationspartnern des Projekts gehören das Bildungsbüro der StädteRegion Aachen sowie der Geschichtsverein Eschweiler und das Stadtarchiv Aachen.

Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Projektkonzept angepasst werden. Durch die momentane Schließung der Kulturstätten und Sportvereine startet das Projekt zunächst mit inhaltlichen Recherchen zur jüdischen Kultur und der Lokalgeschichte des jüdischen Lebens. Anschließend sind tiefergehende Recherchen in den Archiven und Gespräche mit den Sportvereinen der Region geplant. Wie und wo gegebenenfalls die Ergebnisse der einzelnen Projektarbeiten präsentiert werden, soll prozessorientiert im Verlauf des Projekts zusammen mit den Schüler_innen entwickelt werden. Verschiedene digitale und analoge, öffentliche und mediale Präsentationsformen kommen in Betracht. Geplant sind ebenfalls Teilnahmen an Schülerwettbewerben.

Als Ergebnisse sollen am Ende des Kurses vielfältige Produkte und Anschlussprojekte stehen, wie z.B.:

 

Mit diesem Projekt soll ein Beitrag zu einer aktiven Erinnerungskultur in der StädteRegion Aachen geleistet und bei der Aufarbeitung der Vereinsgeschichten der lokalen Sportvereinen mitgeholfen werden.