Eine erlebnisreiche Reise ins Land der Mitte und zu unserer Partnerschule in Ruichang.

Nach einer erlebnisreichen Reise ins Land der Mitte und zu unserer Partnerschule in Ruichang ist die Delegation wieder ins beschauliche Rheinland zurückgekehrt. Offizielle und touristische Events hielten sich die Waage und vermittelten einen vielfältigen Eindruck.

 

China – Erfahrung fürs Leben

Was geht Dir durch den Kopf, wenn Du an China denkst? Welche Vorstellung hast Du? Sicherlich werden Dir auch übliche Klischees durch den Kopf gehen, dass beispielsweise Hunde gegessen, Mundschutze getragen, Unmengen an Fotos gemacht und Inhalte im zensiert werden. Vielleicht denkst du aber auch an besondere Sehenswürdigkeiten, wie die Chinesische Mauer oder den Platz des Himmlischen Friedens.

Ich muss zugeben, dass auch ich vor der 12 tägigen Reise in das Land der Mitte gewisse Vorurteile und Vorstellungen hatte, die ich im Nachhinein völlig anders betrachte. Auf dem etwa 9,5 stündigen Flug nach Peking musste ich das ein oder andere Mal an die Worte meiner Oma denken, die mir kurz vor der Reise völlig entsetzt davon erzählte, dass Chinesen angeblich alles äßen, von Hunden bis hin zu Schlangen. An der Stelle war ich äußerst froh, dass Maurice mich mit seinen ausgiebigen Geschichten über Frankreich etwas abgelenkt hat…Dass die Kultur in China anders sein wird, war mir völlig klar, doch wie anders sie tatsächlich ist, konnte ich auf dieser Reise erfahren. Die Erkundung der anderen Kultur begann mit einem sehr herzlichen Empfang in der 1. Mittelschule von Ruichang.  Das erste Vorurteil, dass Unmengen an Fotos gemacht werden, bestätigte sich bereits dort. Dieses Vorurteil sollte aber auch abgesehen von der Zensur im Internet das Einzige bleiben. Nach dem kurzen Empfang fuhren wir mit unseren Gastschülern nach Hause. Die Gastfreundlichkeit, die mir dort entgegengebracht wurde, werde ich nicht mehr vergessen. Am ersten Abend war ich, immer noch mit den Worten meiner Oma im Hinterkopf, sehr gespannt auf das Essen, das zwar ohne Zweifel anders aber dennoch sehr lecker war und mit viel Mühe zubereitet wurde.  In den drei Tagen hatten wir die Möglichkeit zum einen mit dem Bürgermeister von Ruichang ein Gespräch darüber zu führen, warum diese Freundschaft zwischen unseren Schulen so wichtig ist, besonders mit Blick auf die Zukunft, in der Frieden und Kooperation zwischen solchen Ländern dringend notwendig sein wird. Zum anderen hatten wir auch die Möglichkeit, einen Einblick in den Schulalltag einer Chinesischen Mittelschule zu bekommen. Schüler brachten uns bei, wie man Schriftzeichen malt und Scherenschnitte anfertigt. Abends trafen wir uns mit den anderen um Dinge zu unternehmen und Ellas Geburtstag zu feiern. Am letzten Tag besuchten wir eine Unterrichtsstunde, in der uns mehr über die Stadt Ruichang und China erzählt wurde. Die Herzlichkeit und Bewunderung der Schüler uns Europäern gegenüber fiel mir dort ganz besonders auf, als plötzlich jemand auf meine Schulter klopfte und mir einen Zettel zuwarf, auf dem stand: „hello, do you want to be friends with me?“. Ein anderer Moment, in dem mir das bewusst wurde war kurz nach dem Klingeln zur Pause, als sich die Schüler aus anderen Klassen auf dem Flur türmten, um uns durch das Oberlicht kurz zu sehen. Als dann die ersten drei Tage vorbei waren und der Abschied bevorstand, war mir bereits klar, dass sich diese Reise jetzt bereits mehr als gelohnt hat, da die Erfahrungen und Eindrücke die wir gewinnen konnten eine Chance darstellte, die man so schnell nicht mehr bekommt.

Im zweiten Teil unserer Reise konnte wir dann, nachdem wir die Menschen Chinas bereits etwas kennengelernt haben, die Größe und Schönheit Chinas kennenlernen. Wir flogen in die Stadt Taiyuan, wo uns die Besichtigung von Tempelanlagen und vieler verschiedener Sehenswürdigkeiten bevorstand. Und auch dort wurden wieder Fotos gemacht. Während wir Fotos von den Sehenswürdigkeiten machten, schienen wir die Sehenswürdigkeit für die Chinesen zu sein, die Fotos von uns statt von den Tempeln machten. Besonders Ella, Marie und Anna waren aufgrund ihrer blonden Haare sehr gefragte Fotomodelle. Nachdem wir vieles in Taiyuan gesehen und erlebt hatten machten wir uns mit dem Hochgeschwindigkeitszug auf den Weg nach Peking. Peking eröffnete uns eine ganz neue Dimension. Nachdem wir in Ruichang (430.000 Einwohner) und Taiyuan (4 Mio. Einwohner) waren standen wir nun in einer riesigen Stadt mit rund 22 Millionen Einwohnern. Auch in Peking hatten wir ein großes Programm vor uns. Neben den Highlights wie der Chinesischen Mauer und der verbotenen Stadt besuchten wir die Grabanlage der Ming Gräber, den Weg der Seelen, den Platz des Himmlischen Friedens, den Himmelstempel sowie eine Akrobatikshow. Auch bei der Akrobatikshow fielen kulturelle Unterschiede auf. Während es bei uns durchaus üblich ist, dass man nach der Vorstellung noch einen Moment wartet und applaudiert, stürmten die Chinesen sofort aus dem Saal hinaus. Am letzten Tag besuchten wir den Sommerpalast. Dieser Palast wurde zwischen 1751 und 1764 von Kaiser Qianlong zu ehren seiner Mutter erbaut. Und diese Ehre ist ihm mehr als gelungen. Vom guten Wetter abgesehen war dieser Ort tatsächlich einer der schönsten Orte, die ich bislang gesehen habe. Besonders im Kontrast zu der zugebauten Stadt Peking stechen die Gartenanlagen und Gewässer hervor. Zum Abschluss haben wir dann eine Rikschafahrt durch die Altstadt Pekings gemacht und das Olympiastadion besucht.

Auf dem Rückflug nach Frankfurt bot sich dann die Möglichkeit die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. Man erinnerte sich an die vielen schönen Orte, die man gesehen hat, an die schöne Zeit mit den Gastschülern und an die Erfahrungen, die man sammeln konnte.

Um nun noch einmal auf die eingangs genannten Vorurteile zurückzukommen kann ich sagen, dass diese Reise neben den tollen Sehenswürdigkeiten, die man gesehen hat, vor Allem auch die Möglichkeit bietet, andere Kulturen und Menschen kennen-, tolerieren- und schätzen zu lernen. Das halte ich persönlich für überaus wichtig in einer Zeit, wo zum eine häufig Hass gegen andere geschürt wird zum anderen aber auch die Welt immer enger rückt und auch zukünftig enger rücken wird.

 

Ich bedanke mich im Namen aller Schüler, dass Frau Förster und Herr Krause eine derartige Erfahrung fürs Leben ermöglichen. Ebenso bedanken wir uns bei Herrn Dr. Xu Zhen, der uns während der gesamten Reise hervorragend betreut hat und darüber hinaus auch zu den neu dazugewonnenen Freunden zählt.