Herr Eichhorn, der Eigentümer der Villa Buth

Durch unsere laufenden Projektarbeiten bezüglich der Villa Buth hatten wir bisher die Möglichkeit, viele interessante Persönlichkeiten kennenzulernen, darunter Frau Gedig, Herrn Spelthahn, Pfarrer Jöcken und viele mehr. Deshalb war der 24.04.18, ein Dienstagnachmittag, von großer Bedeutung: Einige von uns würden endlich die Möglichkeit erhalten, einen weiteren wichtigen Unterstützer dieses Projektes kennenzulernen – Herrn Hellmuth Eichhorn, Besitzer der Firma Eichhorn und der Villa Buth, ein Nachfahre des Firmengründers und möglichen Erbauers der Villa Buth, Carl Eichhorn. Dieses Treffen war einerseits von formeller Bedeutung: es sollte der Beratung und Absprache der zukünftigen Vorgehensweisen dienen. Andererseits war es für beide Seiten einfach spannend, eine nähere, persönlichere Bekanntschaft zu schließen. Schließlich wurde der Name „Eichhorn“ schon öfters in unserem Kurs am HGG erwähnt, ohne sich jedoch ein genaueres Bild schaffen zu können. Letztendlich sorgte unser Besuch aber für Eindrücke vieler Art.

Was wir uns vor dem Betreten seines stilvollen Arbeitszimmers vorstellten, war ein ernster, professioneller, und auch mächtiger Kaufmann, der uns Schülern trotzdem die Ehre und das Glück zukommen lassen hatte, sein Grundstück betreten zu dürfen. Als uns Herr Eichhorn jedoch lächelnr und sympathisch wirkend entgegentrat, jedem Einzelnen die Hand reichte und sich bei uns für den Besuch bedankte, entspannten wir uns sofort etwas. Das Gespräch fand sich zwangslos ein, und Herr Eichhorn begann damit, uns für unsere Bemühungen und Arbeiten zu loben, auch Herrn Ohrndorf adressierte er dabei mit preisenden Worten. Neben seinem offenen Auftreten erwies sich Herr Eichhorn außerdem als ein sehr informativer und vielseitiger Gesprächspartner – nützliches Wissen über seine Vorfahren durch Anekdoten, genaue Grundstückkenntnisse der Villa Buth, aber auch Einblicke in Richtung Wellpappenfabriken und die Frage nach der Verantwortung der Deutschen für den Holocaust fanden ihren natürlichen und ungezwungenen Platz in unserem knapp zweistündigen Besuch. Dabei hatte das Filmteam die Ehre, dokumentieren zu dürfen, und unseren Interviewern wurde auch eine Last von ihren Schultern genommen, da Herr Eichhorn bereitwillig auch über die Fragen hinaus berichtete. Angenehmerweise wechselte er sich dabei zwischen kurzem Monolog und ausgewogenem Gespräch ab, wobei dann auch Herr Ohrndorf und wir das Wort ergreifen durften.

Zusammenfassend war Herr Eichhorns Gegenwart sehr angenehm und nebenbei nützlich, und wir waren recht betrübt, als die Zeit schnell enteilte. Sehr freundlich und zugänglich verabschiedete er sich von uns und versprach seine Unterstützung auch in der Zukunft. Man sah ihm dabei die Bereitschaft an, unsere Aktivitäten zur Aufarbeitung des Schicksals der jüdischen Insassen und ihrer Erlebnisse in der Villa Buth zu unterstützen, ebenso wie sein Bemühen um Moral und Gerechtigkeit.

Wir bedanken uns bei Herrn Eichhorn für die Zeit, die er uns an diesem Tag gewidmet hat!

Anna Kovacs (Q1)