Der 21. November 1989 ist ein wichtiges Datum: An diesem Tag wurden weltweit erstmals die Rechte der Kinder anerkannt.

Nach nunmehr 23 Jahren müssen wir aber leider feststellen, dass sich unsere Lage nur in sehr geringem Umfang verändert hat.

So leben nach wie vor in unserer unmittelbaren Umgebung zahlreiche Kinder, die nicht zur Schule gehen können, die nichts zu essen haben, nicht wissen, wo sie die Nacht verbringen sollen und denen es selbst an rudimentären Voraussetzungen zur Körperpflege mangelt. Manche Kinder sterben gar, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben, andere werden zum Kriegsdienst gezwungen oder müssen in Gold- oder Kohlebergwerken schwerste Arbeiten verrichten. Zahlreiche Kinder leiden an Hunger und Krankheiten, werden ausgebeutet oder missbraucht; tagtäglich hört man von Opfern der Pädophilie. Für viele liegt der einzige vermeintliche Ausweg in Bettelei, Illegalität oder gar Kriminalität.

Dabei gehören wir doch in den Schoß der Familie, wo uns Schutz und Aufmerksamkeit zuteilwerden. Wir sind doch noch jung, unser Platz ist nicht auf der Straße und auch nicht auf den Hirse-, Erdnuss- oder Gemüsefeldern, noch weniger bei der Küchen- oder Fabrikarbeit, sondern einzig und allein in der Schule!

Ein Kind, welches schlecht behandelt wird, wird niemals in der Lage sein, sein Leben selbst bestimmen und gestalten zu können. Ein Kind, das nicht gewohnt ist, selbst seinen Beitrag zu seinem eigenen Schutz zu leisten, wird sich doch stets nur als Objekt sehen, dem Dinge von außen aufgezwungen werden. Wir möchten den Anlass des heutigen Tages dazu nutzen, liebe Eltern, um zu unterstreichen, dass wir der Meinung sind, dass dem Kind eine einzigartige und privilegierte Rolle in der afrikanischen Gesellschaft zukommt.

Um sicher zu stellen, dass ein Kind sich frei, vollständig und harmonisch entfalten kann, muss es in einer familiären Umgebung aufwachsen, deren kennzeichnende Merkmale Güte, Liebe und Verständnis sind. Für eine gute körperliche, mentale, geistige und soziale Entwicklung muss insbesondere Sorge getragen werden und die entsprechenden Rahmenbedingungen müssen gesetzliche Vorgaben bieten, welche ein Leben in Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit ermöglichen.

In unserer Diözese unterstreichen alle Schüler und insbesondere diejenigen von Saint Marcel de Fandène, wie sehr sie ihre Rechte und Pflichten schätzen und wir möchten alle darum bitten, uns unsere Rechte auch uneingeschränkt zuteilwerden zu lassen. Ohne jeden Zweifel fühlen wir uns von Ihnen, liebe Maria, die Sie in Würselen ein Patenschaftsnetzwerk leiten, in diesem Sinne verstanden und unterstützt. Sie ermöglichen Kindern, deren Familien sich in Schwierigkeiten befinden, den regelmäßigen Schulbesuch.

Von ganzem Herzen sagen wir Ihnen Dank für alles, was Sie in unserer Diözese leisten, möge der Herrgott Ihnen und Ihren Freunden Ihre Werke hundertfach vergelten. Deshalb wollen wir Ihnen versprechen, fleißig für die Schule zu arbeiten um dem Vertrauen, das Sie in uns gesetzt haben, gerecht zu werden.