Alles Gute, Pater Peter! - Hallo, Pater

Wer ist nur dieser dunkelhäutige Mann mit dem silbergrauen Bart und dem unschätzbaren Alter, den man seit geraumer Zeit immer wieder auf dem Schulhof, im Schulgebäude und in der OASE sieht und der mich stets lächelnd grüßt, ohne mich zu kennen?

Meine Freundin sagt, ihr und anderen in der Klasse wäre das auch schon so ergangen, vonwegen grüssen und freundlich und so. Ich hörte mich weiter um und erfuhr bald, dass im Grunde genommen alle Schüler des HGG bereits diese Erfahrung gemacht hatten.

Irgendwann kam mir dann auch noch zu Ohren, dass dieser Mann den für deutsche Zungen beinahe unaussprechlichen Familiennamen Nwanowanye trägt, der sehr schön klingt, aber nur schwerlich zu behalten ist. Wie hilfreich war da die neueste Nachricht meiner Freundin: Der nette Mann sei ein Spiritanerpater aus Nigeria und neuer Mitbewohner des Missionshauses in Broich. Und das Beste sei, dass er mit einem "Hallo, Pater Peter!" zufrieden sei. Einige Schüler hätten ihn auch schon auf diese unkomplizierte Weise angesprochen.

Eines Tages, es war in der 2. großen Pause, nahm ich mir im Büdchen erst ein Streuselbrötchen und dann auf dem Schulhof ein Herz, und sprach den großen Unbekannten, der diesmal ungewöhnlich eilig meinen Weg kreuzte, an: "Hallo, Pater Peter!" - Er hielt kurz inne, lächelte mich wie gewohnt an und antwortete: "Ayh, wie gäht's? - Wie haißt duh?" Leicht errötend, fast stammelnd bekannte ich: "Anna!" "Ayh, schöun, Anna ist ain schöuner Nahme, bis bahld!" antwortete er in afrikanischem Deutsch und wurde mir dadurch schon viel vertrauter. Ein Glück, dass er es diesmal eilig hatte, denn ich hätte nicht gewusst, worüber ich mich mit ihm hätte länger unterhalten können.

Etwa zwei Wochen später, ich glaube diesmal war es in der ersten großen Pause, es gab gerade die neuesten Nachrichten von meiner Freundin, hörte ich plötzlich, wie jemand in astreinem Deutsch meinen Namen rief: "Hey, Anna, wie geht's?"

Ich grüßte mit einem Wink zurück, noch bevor ich den Absender des Grußes genau erkennen konnte: Es war Pater Peter, der mich auf dem Schulhof aus einiger Entfernung entdeckt hatte. Und er wusste sogar noch meinen Namen!

Heute gehört Pater Peter schon richtig zur Schule dazu. Er hat immer gute Laune und man kann mit ihm prima über alles sprechen; dabei müssen es noch nicht mal Themen sein, die die Welt bewegen.

Ihn im Missionshaus zu besuchen, wie andere Schüler es bereits getan haben, traue ich mich noch nicht, aber das kommt noch. - Schön, dass Pater Peter da ist.